40. Jahrestagung der DGPR

Tagung in Berlin/Deutschland
14.6.2013, 09:00 - 15.6.2013, 17:00

Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e. V.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Freunde und Mitstreiter in Prävention und Rehabilitation,

mit der Jahrestagung 2013 kann unsere inzwischen auf eine lange Tradition zurückblickende wissenschaftliche Veranstaltung einen runden Jahrestag feiern. Die 40. Jahrestagung stellt mit ihrem Thema: „Der Patient als Spezialist seiner eigenen Erkrankung“ die Eigenständigkeit und Teilhabe des Patienten und die dafür notwendigen Schulungskonzepte in den Mittelpunkt. Er soll befähigt werden, sein Leben im Alltag und im Beruf ggf. neu zu strukturieren und die gewonnenen Erkenntnisse für eine bessere Prognose selbständig und nachhaltig umzusetzen.

Gleich, ob er unsere Hilfe nach einer erlittenen behandlungsbedürftigen Herz- oder Gefäßerkrankung in der Rehabilitation in Anspruch nimmt, um seine Teilhabe im Alltag und im Beruf wiederherzustellen und zu sichern und seine Prognose durch eine leitliniengerechte Sekundärprävention zu verbessern. Gleich, ob wir einem bis dahin scheinbar gesunden Individuum durch Aufklärung und präventive Ansätze eben ein solches Schicksal eines schwerwiegenden Krankheitsereignisses vermeiden helfen möchten: Stets ist und bleibt der Patient „Chef seiner eigenen Erkrankung“ ebenso wie für ein selbstbestimmtes und auf Wohlbefinden und Gesundheit ausgerichtetes Leben.

Motivation für nicht nur kurzfristige Einsichten in konsequente Verhaltensänderungen in ihm zu erwecken, ist eine anspruchsvolle Aufgabe der Primär- wie der Sekundärprävention. Die Entwicklung in unserer Gesellschaft der letzten Jahre zeigt allerdings, wie schwer es ist, ihr gerecht zu werden und gesunde, aber potentiell bereits bedrohte Menschen dafür zu erreichen. Das ist an der zunehmenden Zahl übergewichtiger und von Typ 2-Diabetes und Bluthochdruck betroffener Kinder abzulesen.

Wir alle haben die Erfahrung gemacht, altbekanntes und zu sehr gewohntes nicht mehr mit allzu großer Konzentration aufzunehmen und zu akzeptieren, und sei es auch noch so sinnvoll und wichtig für unser Wohlergehen (Beispiel: Sicherheitsbelehrungen im Flugzeug). Sobald es uns jedoch in neuem Gewand präsentiert wird (wer in letzter Zeit mit Condor geflogen ist, weiß, wovon wir sprechen), entfacht unsere Neugier und unser Interesse, und unsere Aufmerksamkeit wird geweckt. Diese Erkenntnis sollten wir auch unseren Patienten nicht vorenthalten, um eine bessere Aufnahmefähigkeit und Compliance zu erreichen.

Die Rehabilitation kann sich dafür mehr als andere Versorgungsformen eines äußerst luxuriösen und reichhaltigen interdisziplinären Expertenwissens bedienen. Indem wir die Kolleginnen und Kollegen des gesamten medizinisch-therapeutischen Teams in den Prozess der Aufklärung und Motivationsentwicklung einbeziehen, unterstützen wir den Patienten auf allen Ebenen. So wird er als Experte im Umgang mit seiner Erkrankung geschult und Ängste und Unsicherheiten werden ihm genommen resp. reduziert.

Um den hohen Stellenwert des interdisziplinären Teams in der Rehabilitation darzustellen, geben wir den Berufsgruppen in eigenen Symposien Raum für die Darstellung ihrer Herangehensweise auf der Basis etablierter therapeutischer Strategien ebenso wie neuer gewonnener Erkenntnisse. Ihre Beiträge sind uns sehr willkommen.

Mit diesem Programm hoffen wir, Ihr Interesse und Ihre Neugier für die diesjährige Jahrestagung entfacht zu haben. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und viele zustimmende, aber gern auch kontroverse und anregende Diskussionen und auf eine kollegiale Begegnung im Herzen Berlins.

Dr. med. Manju Guha, Bremen
Prof. Dr. Dr. Hermann Faller, Würzburg

Veranstaltungsort: dbb forum Berlin, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin

Website: http://www.dgpr-kongress.de/

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