Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich freue mich, Sie im Herbst 2013 nach Wien zur nächsten gemeinsamen Jahrestagung der Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einladen zu dürfen. Die Tagungen unserer Fachgesellschaften sind nicht nur eine Grundvoraussetzung der Wissenserweiterung und der Klärung und Infragestellung von Standards in Diagnose und Therapie. Sie stellen auch die Herausforderung dar, aus einer exponentiell wachsenden Publikationszahl zu medizinischer und multimodaler interdisziplinärer Onkologie, Hämatologie und Gerinnung, mit allen Überlappungen dieser Fachgebiete, kritisch jene Daten herauszufiltern, die für das optimale Management unserer Patienten unmittelbare Relevanz besitzen und auf die unsere Patienten Anspruch haben.
Wissenschaftlich wird ein Akzent den Konsequenzen aus den rezenten Forschungsergebnissen zur Tumorheterogenität gewidmet sein. Konzeptionen zu deren Entstehung auf Stammzellebene und/oder Vermittlung durch das Mikroenvironment, genetische Prädispositionen sowie diagnostische Konsequenzen werden diskutiert werden. Es wird der Frage nachzugehen sein, welche neuen therapeutischen Strategien entwickelt werden müssen und mit welchen Formen von Studiendesign wir dieser Herausforderung begegnen können.
Die gemeinsame Jahrestagung soll unseren jungen Mitarbeitern die Faszination von Wissenschaft und Forschung vermitteln, sie gewinnen, sich der internationalen Herausforderung und Konkurrenz um die besten Ideen und Konzepte zu stellen. Wir müssen sie im Interesse unserer Patienten und der (Fach)gesellschaften überzeugen, dass diese manchmal sehr schwierigen und persönlich anspruchsvollen Lebenswege akademischer und patientenorientierter Medizin privilegierte Möglichkeiten der Selbstverwirklichung darstellen. Das „Messen“ der Forschungsqualitäten in gleichzeitig kompetitiver und dennoch respektvoll amikaler Weise muss unserem klinischen und akademischen Nachwuchs als positiver Stimulus und Funke vermittelt werden.
Tatsächlich müssen wir sehr rasch Schritte setzen, um in Zukunft der Bevölkerung ausreichende und optimale onkologische Expertisen zur Verfügung stellen zu können. Bei einem massiven Anstieg der Prävalenzen durch Chronifizierung von Tumorerkrankungen werden wir Maßnahmen setzen müssen, mit denen wir ausreichenden und in den neuen Herausforderungen wie Langzeitnebenwirkungen molekularer und immunologischer Therapien geschulten medizinischen und pflegerischen Nachwuchs gewinnen können. Expertise in Lebensstilaspekten wie der körperlicher Aktivität, sexualmedizinischen und partnerschaftlichen Aspekten, psychologischen, beruflichen und finanziellen Konsequenzen, chronischer oder überstandener Krebserkrankung wird Teil der Grundkenntnisse von Hämatologen und Onkologen sein bzw. werden müssen. Diesen gesellschafts- und fachpolitischen sowie medizinischen Inhalten werden weitere Schwerpunkte gewidmet sein.
Wien bietet sicherlich einen sehr interessanten und kulturell reizvollen Hintergrund für anspruchsvolle, anregende und kreative Gespräche, Meinungsaustausch und Planung von Kooperationen. In diesem Sinne freue ich mich als Tagungspräsident schon jetzt, Sie im kommenden Jahr in Wien begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Univ. Prof. Dr. Richard Greil
Veranstaltungsort: Austria Center Vienna, Bruno-Kreisky-Platz 1, 1220 Wien, Österreich
Website: http://www.haematologie-onkologie-2013.at